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Sommerwandern in Georgien: Routen, Saison und Preise Urlaub 13 Min. Lesezeit

Sommerwandern in Georgien: Routen, Saison und Preise

Gustawson GustawsonRedaktion · Bebgur
Veröffentlicht: 14.10.2026
4 TageTrek Mestia-Uschguli, rund 57 km von Dorf zu Dorf
Juni-SeptemberHauptsaison im Hochgebirge
112Notrufnummer, kostenlos und auch ohne SIM-Karte erreichbar

Für eine Sommerwanderung in Georgien braucht es kaum Vorbereitung: Sie können einen halben Tag lang zur Kirche über Stepanzminda aufsteigen oder vier Tage von Dorf zu Dorf durch Swanetien ziehen. Die meisten Wege kommen ohne Kletterausrüstung aus, und übernachten können Sie in Familienpensionen, in denen die Gastgeber Abendessen und Frühstück auf den Tisch bringen.

Bei Wanderern sind die Regionen Kasbegi, Swanetien, Tuschetien, Lagodechi und Bordschomi am beliebtesten. Viele Wege beginnen direkt in einem Dorf, das Sie mit dem Kleinbus (Marschrutka) erreichen, und in die abgelegensten Dörfer kommen Sie nur mit einem 4x4-Fahrzeug.

Beste Wanderzeit in Georgien

Der Koruldi-See oberhalb von Mestia im Juni, noch zur Hälfte mit Eis bedeckt
Der Koruldi-See oberhalb von Mestia Anfang Juni. © Alexey Komarov, CC BY-SA 4.0

Die Hauptsaison im Hochgebirge dauert von Juni bis September. Auf Pässen über 3.000 m liegt oft bis in den Juli hinein Schnee, deshalb sind die höchsten Routen, etwa die Übergänge über den Tschauchi- und den Azunta-Pass, erst ab Ende Juni oder im Juli begehbar.

Die Waldwege von Lagodechi und Bordschomi sind ungefähr von April bis November begehbar. Im Sommer ist das Klima in den Bergen Georgiens mild. Im Juli liegen die Temperaturen in Stepanzminda tagsüber bei etwa 20 °C und nachts bei rund 8 °C, eine warme Jacke brauchen Sie also auch im August.

Mitte September gilt als beste Zeit für den Trek von Mestia nach Uschguli, und ein Blick auf Georgien Monat für Monat zeigt, warum. Im August sind auf diesem Weg bis zu 150 Wanderer pro Tag unterwegs, im September wird es leerer, und das Wetter bleibt meist beständig.

Auch im Oktober lässt sich noch wandern, doch die Auswahl an Routen wird kleiner. Der Weg von Mestia nach Uschguli bleibt bis Ende des Monats begehbar, und die Wälder von Lagodechi und Bordschomi färben sich golden. In der zweiten Oktoberhälfte fällt im Hochgebirge viel Schnee, und die Pässe schließen.

Die Straße nach Tuschetien über den Abano-Pass wird meist im Juni für 4x4-Fahrzeuge freigegeben. Im Jahr 2026 öffnete sie am 20. Juni, 2025 war sie schon am 25. Mai befahrbar. Im Herbst macht der Schnee sie wieder dicht.

Im Jahr 2026 wurde die Straße am 4. Oktober zum ersten Mal gesperrt, doch vier Tage später ließ man 4x4-Fahrzeuge wieder durch. Prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuelle Lage auf den Bergstraßen in Georgien, dort finden Sie den Stand für Tuschetien und für Schatili.

Routen: vom Halbtagesausflug bis zum einwöchigen Trek

Bei mehrtägigen Treks nennt die Tabelle die Länge der gesamten Strecke, bei Tagestouren den Weg hin und zurück.

RouteRegionStrecke und DauerSchwierigkeitSaisonAnreise
Von Stepanzminda zur Dreifaltigkeitskirche GergetiKasbegi6 km, 3-4 Stundenleichtganzjährig, im Sommer einfacherMarschrutka ab Tiflis
Gergeti-GletscherKasbegi20 km, 8-10 StundenschwerJuli-SeptemberMarschrutka ab Tiflis
Truso-TalKasbegi22 km, 6 StundenmittelMai-OktoberTaxi ab Stepanzminda
Dschuta und der See unter dem TschauchiKasbegi8-13 km, 5-6 StundenmittelJuni-OktoberTaxi oder Transfer ab Stepanzminda
Von Dschuta über den Tschauchi-Pass nach RoschkaKasbegi und Chewsuretien18 km, 1-2 TagemittelschwerJuli-SeptemberTaxi ab Stepanzminda
Von Mestia nach UschguliSwanetien57 km, 4 TagemittelJuni-OktoberMarschrutka oder Flug nach Mestia
Koruldi-SeenSwanetien21 km, etwa 7 StundenmittelschwerJuli-Septemberzu Fuß oder mit dem Taxi ab Mestia
Tschalaadi-GletscherSwanetien2-3 Stunden ab der BrückeleichtJuni-OktoberTaxi ab Mestia
Von Omalo nach DikloTuschetien11 km, 4 StundenleichtJuni-September4x4 ab Alwani
Von Omalo nach SchatiliTuschetien und Chewsuretien75 km, 4-5 Tagemittel, mit hohem PassJuli-August4x4 nach Omalo
Ninoschewi-WasserfallLagodechi8,5 km, 4-6 StundenmittelApril-NovemberAuto oder Marschrutka nach Lagodechi
Schwarzer SeeLagodechi48 km, 3 TagemittelJuni-OktoberAuto oder Marschrutka nach Lagodechi
Likani-TalBordschomi7 km, 4 StundenmittelApril-NovemberMarschrutka ab Tiflis

Kasbegi: Gergeti, Truso und Dschuta

Ein Pfad über einen blühenden Hang von Dschuta hinauf zu den Felsen des Tschauchi im Juli
Der Weg von Dschuta zum Tschauchi-Pass im Juli. © Alexey Komarov, CC BY-SA 4.0

Am leichtesten gelingt der Einstieg in Stepanzminda (Kasbegi) auf 1.740 m Höhe. Die Marschrutka von Tiflis braucht dorthin 3-3,5 Stunden. Der Aufstieg zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti ist kurz, überwindet rund 500 Höhenmeter und ist selbst für Kinder machbar.

Der Weg zum Gergeti-Gletscher unter dem Kasbek führt an derselben Kirche vorbei und weiter über den Saberze-Pass auf 2.900 m. Insgesamt sind etwa 1.550 Höhenmeter zu bewältigen, deshalb bricht man früh am Morgen auf. Den Gletscher selbst bis zur Wetterstation überqueren nur Erfahrene, am besten mit einem Guide.

Das Truso-Tal ist ideal für alle, die steile Anstiege nicht mögen: Ein Feldweg folgt dem Fluss vom Dorf Kwemo Okrokana bis zur Festung Sakagori und führt an Mineralquellen, Travertinterrassen und dem türkisfarbenen Abano-See vorbei. An der Festung steht ein Grenzposten, und ohne Genehmigung geht es dort nicht weiter. Ein Taxi aus Stepanzminda bringt Sie zum Taleingang und wartet dort auf Sie, meist für 80-100 Lari pro Wagen.

Das Dorf Dschuta liegt auf 2.200 m unter dem Tschauchi-Massiv, das auch die Georgischen Dolomiten genannt wird. Die letzten 2,6 km der Straße ins Dorf sind für Autos gesperrt, von der Schranke gehen Sie also etwa 40 Minuten zu Fuß. Ein Taxi von Stepanzminda nach Dschuta kostet pro Strecke ab 60 Lari.

Gut trainierte Wanderer gehen weiter über den Tschauchi-Pass (3.341 m) zu den drei Abudelauri-Seen und steigen nach Roschka in Chewsuretien ab. Auf dem Pass liegt meist bis in den Juli Schnee.

Swanetien: Mestia-Uschguli, Koruldi und Tschalaadi

Wanderer rasten am Weg von Mestia nach Uschguli, hinter ihnen der Adischi-Gletscher
Rast auf dem Trek Mestia-Uschguli im August. © hr.icio, CC BY 2.0

Der Mestia-Uschguli-Trek gilt als die beliebteste mehrtägige Route Georgiens, übernachtet wird in den Dörfern Schabeschi, Adischi und Iprali. Der erste und der letzte Tag sind leicht, am zweiten und am dritten geht es jeweils fast 900 Höhenmeter bergauf. Der höchste Punkt der Route ist der Tschchunderi-Pass auf 2.655 m.

Ein Zelt brauchen Sie nicht, denn in jedem Dorf gibt es Pensionen mit Abendessen und Frühstück, allerdings sind sie im Juli und August schnell ausgebucht, reservieren Sie also im Voraus. Hinter Adischi quert der Weg einen Fluss. Man durchwatet ihn am besten morgens bei niedrigem Wasserstand, in der Saison setzen Einheimische Wanderer auch zu Pferd über, für 20-25 Lari pro Person.

Von Mestia aus können Sie zu den Koruldi-Seen auf etwa 2.740 m wandern. Der Aufstieg ist mit fast 1.460 Höhenmetern steil, deshalb lassen sich viele das erste Stück bis zum Aussichtspunkt mit dem Kreuz vom Taxi hinauffahren. Zum Tschalaadi-Gletscher bringt Sie das Taxi bis zur Hängebrücke, von dort ist der Weg fast eben.

Zum Gletscher können Sie auch direkt von Mestia aus zu Fuß gehen, doch dieses Stück ist nicht das schönste: Im Tal wird ein Wasserkraftwerk gebaut, und auf der Straße fahren Lastwagen.

Tuschetien und Chewsuretien: Omalo und der Trek nach Schatili

Wanderer mit Rucksäcken beim Aufstieg zum Azunta-Pass in Tuschetien
Der Aufstieg zum Azunta-Pass auf dem Trek Omalo-Schatili im Juli. © Draceane, CC BY-SA 4.0

Nach Tuschetien kommen Sie nur mit einem 4x4-Fahrzeug über den Abano-Pass, und die Straße ist den größten Teil des Jahres gesperrt. Das Dorf Omalo ist der wichtigste Ausgangspunkt für Wanderungen, und der Nationalpark Tuschetien hat 11 markierte Routen mit einer Dauer von 1-6 Tagen.

Für den ersten Tag bietet sich der Weg von Omalo über Schenako nach Diklo an, zurück können Sie mit dem Auto fahren. An den Hängen bei Schenako weiden Herden mit aggressiven Hirtenhunden, deshalb machen Wanderer einen großen Bogen um die Tiere.

Der schwerste Teil des Treks nach Schatili ist der Aufstieg zum Azunta-Pass auf über 3.400 m. Die Grenzpolizisten lassen Wanderer erst hinauf, wenn der Schnee geschmolzen ist, und 2025 wie 2026 war das erst im Juli der Fall.

Die Route verläuft entlang der Grenze zu Russland, deshalb melden sich alle Wanderer am Grenzposten im Dorf Girewi an, was etwa eine Stunde dauert. Die Genehmigung zeigen Sie an allen weiteren Posten vor, bis hin zur Festung Muzo kurz vor Schatili. Wer im Frühsommer aufbrechen will, ruft vorher bei der Verwaltung des Nationalparks Tuschetien unter 577 10 18 92 an.

Lagodechi: Wasserfälle und der Schwarze See

Ein Wanderer überquert im Schutzgebiet Lagodechi einen Bergbach über eine Baumstammbrücke
Ein Weg im Schutzgebiet Lagodechi im September. © David Zurabovich Osipov, CC BY 4.0

Das Schutzgebiet Lagodechi im Osten Kachetiens wurde 1912 gegründet und ist das älteste des Landes. Statt Almwiesen erwartet Sie hier dichter Wald, und die Wege sind fast das ganze Jahr über begehbar.

Die beliebteste Tageswanderung führt zum etwa 40 m hohen Ninoschewi-Wasserfall. Vor dem Start melden Sie sich im Besucherzentrum des Schutzgebiets in Lagodechi an, Waschlowani-Straße 197. Für die dreitägige Tour zum Schwarzen See, bei der Sie in einer Hütte mit 16 Betten übernachten, brauchen Sie zusätzlich eine Passkopie.

Bordschomi-Charagauli: Wanderwege ab dem Kurort

Mit Rucksäcken beladene Packpferde auf einer Wiese im Nationalpark Bordschomi-Charagauli
Packpferde im Nationalpark Bordschomi-Charagauli. © Giorgimailo, CC BY-SA 4.0

Der Nationalpark Bordschomi-Charagauli beginnt gleich im Kurort Bordschomi, den Sie mit der Marschrutka in 2-2,5 Stunden von Tiflis aus erreichen. Im Park gibt es 12 markierte Wege, und vor jeder Tour melden Sie sich im Besucherzentrum in Bordschomi an, Meschetien-Straße 23. Geöffnet ist es werktags von 9:00 bis 18:00 Uhr, am Wochenende bis 16:00 Uhr.

Für den Anfang eignen sich der 3 km lange Lehrpfad am Besucherzentrum oder die Rundtour durch das Likani-Tal. Weg Nr. 6 führt in 13 km und etwa 6 Stunden von Likani zur Kwabischewi-Hütte. Für eine Tour mit Übernachtung bietet sich der 43 km lange Nikolai-Romanow-Weg an, für den Sie 3 Tage einplanen.

Routen auf der Karte

Die Kacheln mit dem Auto-Symbol zeigen die Anfahrt von Tiflis, Kutaissi oder Sugdidi zum Ausgangspunkt der Wanderung, die Kacheln mit dem Wanderer den Weg selbst. Marschrutkas und 4x4-Fahrzeuge mit Fahrer sind auf der Karte nicht eingezeichnet.

Mit dem Auto zum Ausgangspunkt

Zu Fuß auf dem Weg

Tippen Sie auf eine Route, um sie auf der Bebgur-Karte zu öffnen. Die Karte berechnet die Gehzeit so, als wäre das Gelände flach, ein Aufstieg dauert aber länger. Bei einem sanften Anstieg planen Sie etwa die doppelte Zeit der Karte ein, bei einem steilen die dreifache. Von der Dreifaltigkeitskirche Gergeti zum Gletscher zeigt die Karte zum Beispiel etwa 1 Std. 10 Min., tatsächlich braucht der Aufstieg 3,5-4 Stunden.

Tagestouren ab Tiflis

Wer in Tiflis wohnt, kann auch an einem einzigen Tag in die Berge fahren. Die nächstgelegenen Wege beginnen direkt im Umland der Stadt. Der Weg von Kodschori nach Kiketi zum Beispiel ist etwa 7 km lang und fast ohne Anstieg, und vom Zentrum fährt ein Bus in 30 Minuten nach Kodschori.

Anstrengender ist die Wanderung über den Saguramo-Kamm im Nationalpark Tiflis, hin und zurück sind es 11 km in 4-5 Stunden. Öffentliche Verkehrsmittel fahren dort nicht hin, Sie brauchen also ein eigenes Auto oder ein Taxi für etwa 30-40 Lari.

Stepanzminda, Bordschomi und Lagodechi sind von Tiflis jeweils etwa zweieinhalb Stunden mit dem Auto entfernt. So können Sie an einem Tag zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti aufsteigen, ein Stück durch das Truso-Tal gehen, zum Ninoschewi-Wasserfall wandern oder die Runde durch das Likani-Tal machen und abends wieder zurück in der Stadt sein.

Mit der Marschrutka dauert die Fahrt nach Kasbegi pro Richtung 3-3,5 Stunden, an einem Tag reicht es dann nur für den Aufstieg zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti und die Rückfahrt nach Tiflis.

Anreise zu den Ausgangspunkten

Die Marschrutkas nach Kasbegi und Bordschomi fahren am Busbahnhof Didube ab. Die Fahrt nach Stepanzminda kostet 20 Lari, nach Bordschomi 15 Lari. Für fast alle Marschrutkas im Fernverkehr in Georgien gilt dasselbe: Sie zahlen bar und sind am besten eine halbe Stunde vor der Abfahrt da.

Nach Mestia kommen Sie am schnellsten mit dem Flugzeug vom Flugplatz Natachtari bei Tiflis. Ein Ticket kostet 90 Lari, der Flug dauert etwa 40 Minuten, doch die Plätze sind knapp, und bei schlechtem Wetter fallen Flüge aus.

Auf dem Landweg nehmen Sie den Zug nach Sugdidi und von dort die Marschrutka für 30-40 Lari. Außerdem fährt morgens eine direkte Marschrutka von Kutaissi nach Mestia, sie kostet 40 Lari.

Nach Tuschetien fahren keine Marschrutkas, Sie müssen also zunächst nach Kwemo Alwani in Kachetien kommen. Die Marschrutka dorthin fährt am Busbahnhof Ortatschala ab, kostet 15 Lari und braucht etwa zweieinhalb Stunden. Von Alwani geht es im Sammel-4x4 in etwa 4 Stunden weiter nach Omalo, ein Platz kostet 100-120 Lari, das ganze Fahrzeug 500-650 Lari.

Mit dem eigenen Auto in die Berge zu fahren ist bequem, doch Mietwagenverträge in Georgien schließen Tuschetien, Schatili, Truso und Dschuta meist aus, selbst bei einem 4x4-Fahrzeug. Nach Tuschetien nehmen viele einen einheimischen Fahrer, auch wenn sie ein eigenes Auto haben, denn die Straße ist schmal, unbefestigt und führt bis hinauf zum Pass ständig am Abgrund entlang.

Eine Marschrutka nach Schatili fährt ein- oder zweimal pro Woche ab Didube. Wer den Trek aus Tuschetien dort beendet, sichert sich die Rückfahrt deshalb am besten gleich über den Gastgeber.

Unterkünfte, Guides, Pferde und Preise

Eine Steinpension mit Holzbalkon im Dorf Dartlo in Tuschetien
Eine Pension in Dartlo in Tuschetien. © Draceane, CC BY-SA 4.0

In den Bergen übernachtet man meist in Familienpensionen. Im August 2026 kostete ein Pensionszimmer in Georgien im Schnitt 134 Lari pro Nacht, und in Tuschetien kostet eine Nacht mit Abendessen und Frühstück etwa 100-120 Lari pro Person.

Der ganze Mestia-Uschguli-Trek mit drei Nächten in Halbpension, der Flussquerung und dem Taxi zurück nach Mestia kommt auf etwa 450 Lari, wenn Sie günstige Pensionen wählen. In Tuschetien und Chewsuretien gibt es keine Geldautomaten, und in den Dörfern kann man selten mit Karte zahlen, nehmen Sie also genug Bargeld mit.

In den Nationalparks Lagodechi, Bordschomi-Charagauli und Tuschetien zahlen Sie keinen Eintritt für die Wege, sondern nur für einzelne Leistungen. Nach den Tarifen der Agentur für Schutzgebiete Georgiens gilt:

  • Ein Zeltplatz kostet 5 Lari pro Person
  • Eine Nacht in einer Schutzhütte kostet zwischen 10 Lari in Tuschetien und 30 Lari in Lagodechi und Bordschomi
  • Ein Leihzelt kostet 10-20 Lari pro Tag
  • Ein Pferd kostet in Lagodechi 70 Lari, für einen Aufstieg in die Berge 100 Lari

Auf den beliebten Routen brauchen Sie keinen Guide, denn die Wege nach Uschguli, zum Gergeti-Gletscher und rund um Dschuta sind gut ausgetreten und markiert. Einen Guide oder einen Pferdeführer vermittelt Ihr Gastgeber oder das Besucherzentrum des Parks, und ein Pferd mit Führer kostet in Tuschetien etwa 200 Lari pro Tag.

Sicherheit: Hunde, Bären, Wetter und Grenzzone

Hirten treiben mit ihren Hunden eine Herde bei Schatili in Chewsuretien
Hirten mit ihren Hunden bei Schatili im September. © Vladimer Shioshvili, CC BY-SA 2.0

Um die Sicherheit in Georgien steht es insgesamt gut, und auch auf den beliebten Wegen gibt es wenig Grund zur Sorge: In der Saison sind dort viele Menschen unterwegs, und auf der Route Mestia-Uschguli haben Sie fast durchgehend Mobilfunkempfang. Die größten Risiken in den Bergen sind das Wetter, die Flüsse und die Hirtenhunde.

Hirtenhunde schützen die Herden vor Wölfen und Bären und halten einen Wanderer nicht sofort für harmlos. Läuft ein Hund auf Sie zu, bleiben Sie stehen, rennen Sie nicht weg und warten Sie, bis der Hirte ihn zurückruft.

Eine laute Stimme und Wanderstöcke halten den Hund auf Abstand. Tollwut kommt in Georgien vor, 2025 wurden 5 Fälle bestätigt, nach einem Biss lassen Sie sich deshalb noch am selben Tag in einer Klinik impfen.

In den Bergen leben Bären, doch sie gehen Menschen aus dem Weg. Ihre Spuren sieht man auf den Wegen immer wieder, Begegnungen sind jedoch selten, und auf offenen Routen wie Mestia-Uschguli oder Omalo-Schatili geht die Wahrscheinlichkeit gegen null. Auf dem Zeltplatz lässt trotzdem niemand über Nacht Lebensmittel draußen liegen.

Das Wetter in den Bergen kann innerhalb einer Stunde umschlagen, und Gewitter mit Hagel sind mitunter heftig. Brechen Sie früh auf, um den Pass vor Mittag zu überqueren, und kehren Sie um, sobald sich der Himmel zuzieht. Gletscherflüsse führen gegen Abend mehr Wasser, deshalb quert man sie am Morgen.

Nach starkem Regen gehen in den Bergen Muren ab, für Wanderer ist das die größte Naturgefahr. Im August 2023 kostete ein Murgang im Kurort Schowi 33 Menschen das Leben. Kündigt der Wetterbericht Starkregen an, weichen Sie besser auf einen Waldweg aus oder legen einen Ruhetag ein.

In den Schluchten gibt es oft keinen Empfang. Laden Sie deshalb vor dem Start eine Offline-Karte herunter und sagen Sie Ihrem Gastgeber, wohin Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen. Registriert werden Wanderer nur von den Besucherzentren der Parks und von der Grenzpolizei, von Ihrer Route erfährt sonst niemand.

Bei einer Verletzung oder wenn Sie sich verlaufen haben, wählen Sie die 112. Der Anruf ist kostenlos und klappt auch ohne SIM-Karte. Die App 112Georgia ist ebenfalls kostenlos, sie übermittelt beim Anruf Ihre Koordinaten, schaltet ohne mobile Daten auf SMS um und bietet einen Chat mit der Leitstelle sowie einen SOS-Knopf.

Einige Routen führen durch die Grenzzone, und dafür brauchen Sie eine Genehmigung. Im Truso-Tal stellt sie der Posten bei der Festung Sakagori gegen Vorlage des Passes aus, in Tuschetien melden Sie sich am Posten in Girewi an. Für andere Orte in Grenznähe schicken Sie einen Antrag mit Routenbeschreibung und Passkopien an die Grenzpolizei Georgiens unter bpol@mia.gov.ge oder geben ihn im Büro in der Kandelaki-Straße 12 in Tiflis ab.

Prüfen Sie vor der Tour, ob Ihre Reiseversicherung für Georgien Trekking und Bergrettung einschließt. Der Einstiegstarif mit 30.000 Lari Deckungssumme entspricht nur dem gesetzlichen Minimum, und seine Leistungsgrenzen sind knapp bemessen.

Für Anfänger und Familien mit Kindern

Ein Wanderer mit Rucksack steigt durch eine blühende Wiese unterhalb des Kasbek ab
Die Wiesen unterhalb des Kasbek bei Stepanzminda im Juli. © Vyacheslav Argenberg, CC BY 4.0

Für die erste Wanderung in Georgien genügen Routen ohne hohe Pässe und ohne Nacht im Zelt:

  • Von Stepanzminda zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti sind es 6 km in 3-4 Stunden, das schaffen auch Kinder
  • Zum Tschalaadi-Gletscher brauchen Sie ab der Hängebrücke 2-3 Stunden, fast ohne Anstieg
  • Der Lehrpfad in Bordschomi ist 3 km lang und beginnt am Besucherzentrum
  • Von Kodschori nach Kiketi vor den Toren von Tiflis sind es 7 km, meist bergab
  • Von Omalo nach Diklo in Tuschetien sind es 11 km ohne steile Anstiege

Mit Kindern wählen Sie am besten Routen, auf denen Sie jederzeit umkehren können. Zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti führt auch eine Straße, und durch das Truso-Tal verläuft ein sanfter Feldweg, Sie müssen also nicht bis zum Ende gehen, sondern können nach einem Stück einfach umdrehen.

Der Mestia-Uschguli-Trek ist auch für fitte Teenager machbar, denn abends warten ein Bett und ein warmes Essen auf sie.

Packliste

  • Tragen Sie Wanderstiefel mit fester Sohle, denn Turnschuhe rutschen auf Geröll
  • Packen Sie eine wasserdichte Jacke und einen warmen Fleecepullover ein, denn auf 3.000 m ist es selbst im August kalt
  • Wanderstöcke helfen bei steilen Abstiegen und halten Hunde auf Abstand
  • Nehmen Sie 1,5-2 Liter Wasser pro Person mit, denn auf den Pässen gibt es keine Quellen
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille und Mütze gehören ins Gepäck
  • Blasenpflaster und Schmerzmittel dürfen in der Reiseapotheke nicht fehlen
  • Stecken Sie Bargeld in Lari ein, denn in den Dörfern können Sie selten mit Karte zahlen
  • Laden Sie eine Offline-Karte herunter und packen Sie eine Powerbank ein

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Saison dauert im Hochgebirge von Juni bis September und in den Wäldern von Lagodechi und Bordschomi von April bis November
  • Der beliebteste Trek ist der von Mestia nach Uschguli, 4 Tage von Dorf zu Dorf
  • Beliebte Tagestouren führen zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti, ins Truso-Tal, nach Dschuta und zum Ninoschewi-Wasserfall
  • Ihren Pass brauchen Sie für die Grenzzone und für die Anmeldung in den Nationalparks
  • Die Notrufnummer lautet 112, der Anruf ist kostenlos und funktioniert auch ohne SIM-Karte

Häufig gestellte Fragen

Die Hauptsaison im Hochgebirge dauert von Juni bis September, die höchsten Pässe wie Tschauchi und Azunta sind erst ab Ende Juni oder im Juli begehbar. Mitte September gilt als beste Zeit für den Trek von Mestia nach Uschguli, die Waldwege von Lagodechi und Bordschomi sind ungefähr von April bis November begehbar.

Ja, doch die Auswahl ist kleiner. Der Weg von Mestia nach Uschguli bleibt bis Ende Oktober begehbar, und in Lagodechi und Bordschomi zeigt sich dann der Herbstwald in voller Farbe. In der zweiten Oktoberhälfte fällt im Hochgebirge Schnee, und die Straße nach Tuschetien schließt für den Winter.

Auf den beliebten Routen nicht, denn die Wege nach Uschguli, zum Gergeti-Gletscher und rund um Dschuta sind gut ausgetreten und markiert. Einen Guide braucht man für die Überquerung eines Gletschers, für Gipfelbesteigungen und für wenig begangene Wege, vermittelt wird er über den Gastgeber in der Pension oder das Besucherzentrum des Nationalparks.

Für die meisten Routen nicht. In den Nationalparks Lagodechi und Bordschomi-Charagauli melden Sie sich vor dem Start im Besucherzentrum an. Für die Grenzzone ist eine Genehmigung nötig: Im Truso-Tal erhalten Sie sie am Posten bei der Festung Sakagori, auf dem Trek Omalo-Schatili melden Sie sich in Girewi an, und für andere Orte stellen Sie einen Antrag bei der Grenzpolizei.

Bären gehen Menschen aus dem Weg, und Begegnungen auf den beliebten Wegen sind selten. Öfter gibt es Ärger mit den Hirtenhunden, die die Herden bewachen: Bleiben Sie stehen, rennen Sie nicht weg und warten Sie auf den Hirten. Nach jedem Biss brauchen Sie noch am selben Tag eine Tollwutimpfung.

Gut geeignet sind der Weg von Stepanzminda zur Dreifaltigkeitskirche Gergeti (6 km, 3-4 Stunden), der Tschalaadi-Gletscher ab der Hängebrücke, die Wege am Besucherzentrum in Bordschomi und die Strecke von Kodschori nach Kiketi vor den Toren von Tiflis. Der mehrtägige Trek Mestia-Uschguli ist auch für fitte Teenager machbar, denn übernachtet wird in Pensionen.

Mit günstigen Pensionen kommen Sie auf etwa 450 Lari pro Person: drei Nächte mit Abendessen und Frühstück, die Flussquerung zu Pferd für 20-25 Lari und das Taxi von Uschguli zurück nach Mestia. Die Anreise nach Mestia kommt noch dazu, der Flug ab Natachtari kostet 90 Lari.

Nur mit einem 4x4-Fahrzeug über den Abano-Pass, und die Straße ist ungefähr von Juni bis Oktober offen. Von Tiflis fahren Sie mit der Marschrutka vom Busbahnhof Ortatschala für 15 Lari nach Kwemo Alwani, von dort kostet ein Platz im Sammel-4x4 nach Omalo 100-120 Lari, und die Fahrt dauert etwa 4 Stunden.